Baumann kontert nach Leerstandskritik: „Unsere Wohnungen sind alle voll“
Nach scharfer Kritik von Verantwortung ERDE und Grünen an der Wohnpolitik in Villach meldet sich nun der zuständige Wohnungsreferent Erwin Baumann (FPÖ) zu Wort – und widerspricht den Vorwürfen deutlich.
Sowohl die „Verantwortung ERDE“ als auch die Grünen werfen der Stadt Villach vor, seit Jahren keine wirksamen Maßnahmen gegen Leerstände gesetzt zu haben und sprechen von einem „Stillstand“ bzw. sogar „Systemversagen“ in der Wohnpolitik. Wir haben mit dem zuständigen Stadtrat und Wohnungsreferent Erwin Baumann (FPÖ) über die Vorwürfe gesprochen.
„Unsere Wohnungen sind alle voll“
Im Gespräch mit 5 Minuten stellt Baumann klar, dass die von der Verantwortung ERDE genannte Zahl von rund 3.300 leerstehenden Wohnungen größtenteils nicht den Einflussbereich der Stadt betreffe: „Das sind Privatwohnungen. Es kann nicht Aufgabe einer Kommune sein, dass wir eine Abteilung machen, die diese Wohnungen vermietet.“ Die Stadt selbst habe ihre Hausaufgaben gemacht: „Unsere Wohnungen sind alle voll. Wenn jemand auszieht, wird die Wohnung saniert, damit der Nächste wieder einziehen kann.“
„De facto keine Leerstände“ bei städtischen Wohnungen
Auch den Vorwurf mangelnder Maßnahmen weist Baumann zurück. Durch ein laufendes Vergabesystem mit Punkten sei sichergestellt, dass frei werdende Wohnungen rasch neu vergeben werden. „Das dauert ein paar Wochen, aber wir haben eine laufende Vergabe – so haben wir de facto keine Leerstände“, betont der Referent. Dem Vorschlag der Opposition, mit Modellen wie „Sicher vermieten“ gegen Leerstand vorzugehen, erteilt Baumann ebenfalls eine Absage: „Das ist nicht Aufgabe einer Kommune, das sind privatrechtliche Geschichten.“
Wohnungen ohne Zentralheizung
Ein Kritikpunkt der Grünen bleibt allerdings bestehen: Rund 414 städtische Wohnungen verfügen derzeit über keine Zentralheizung. Baumann relativiert: „Ja, das stimmt. Aber wir brauchen für unser Klientel auch solche Wohnungen. Wir haben einen sozialen Auftrag – es gibt Leute, die sich etwas anderes nicht leisten können.“ Zudem gebe es auch Mieter, die bewusst mit Öfen heizen möchten. Gleichzeitig werde der Bestand schrittweise verbessert: „Wir gehen Jahr für Jahr sukzessive Objekte an und verbessern diese. Wo Fernwärme vorhanden ist, wird auch nach und nach angeschlossen.“
Seitenhieb auf Opposition
Der Wohnungsreferent, der bereits seit zwölf Jahren im Amt ist, sieht auch andere Akteure in der Verantwortung. Neben dem Land Kärnten, das Wohnkontingente schneller zuteilen müsse, kritisiert er auch die Opposition: Verzögerungen bei Bauprojekten würden neuen Wohnraum verhindern. „Wenn Bauvorhaben wie bei den Neue-Heimat-Wohnungen nicht von der Verantwortung ERDE so lange verzögert worden wären, wären diese Wohnbauten schon fertig und Mieter hätten versorgt werden können“, so Baumann abschließend.
Quelle: 5min.at
Foto: ©Augstein