Einpersonenhaushalte boomen in Villach– So viele Singles, so wenig Wohnraum in der Draustadt

In Villach sind aufgrund der hohen Singlequote vor allem Einpersonenhaushalte gefragt. Es liegt auf der Hand, dass diese deshalb immer mehr zur Mangelware werden.

VILLACH. Was Einpersonenhaushalte anbelangt, liegt Villach knapp 13 Prozent über der gleich großen Stadt Wels (Oberösterreich) und 18 Prozent über dem Österreich-Schnitt. In konkreten Zahlen sieht es so aus: Villach hat derzeit etwa 14.400 Einpersonenhaushalte und Wels 11.400 (die aktuellsten Statistik Austria-Zahlen stammen aus dem Jahr 2023, Anm.). Das bedeutet, dass in der Draustadt aufgrund der offensichtlich unterschiedlichen gesellschaftlichen Struktur um die 3.000 Wohnungen mehr benötigt werden, als in Wels (beide sind die jeweils zweitgrößten Städte des jeweiligen Bundeslandes, Anm.). Ende Jänner hat die Kronenzeitung eine Parship-Studie veröffentlicht, die zeigt, dass es am wenigsten Singles in Oberösterreich gibt, während Kärnten mit einer Singledichte von 39 Prozent knapp hinter Wien (44 Prozent) auf Platz zwei liegt. In Villach leben also überdurchschnittlich viele Menschen den Single-Lifestyle, was gravierende Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt hat. Kleine Mietwohnungen sind nämlich ebenso Mangelware wie 2-Zimmer-Eigentumswohnungen.

„Seit Corona echtes Problem“

„Dieser Trend ist seit der Trennungsflut in der Coronazeit ein echtes Problem. Die Nachfrage nach 60 Quadratmeter-Wohnungen ist immens. Das hat mir gerade die Genossenschaft Meine Heimat bestätigt“, verrät Wohnungsreferent Stadtrat Erwin Baumann (FPÖ), der regelmäßig beim Land Kärnten klarstellt, dass Villach dringend mehr Wohnraum benötigt: „Wir sind eine starke Zuzugs-Stadt, haben pro Jahr 600 bis 800 Bürger mehr, die untergebracht werden müssen.“ Es sei angemerkt, dass in der Draustadt einige neue Quartiers-Viertel geplant sind. Baumann: „Aber bis diese fertig sind, vergeht Zeit. In enger Abstimmung mit Bürgermeister Günther Albel (SPÖ) haben wir auch den Ausbau durch Nachverdichtung bei Sanierungsobjekten im Visier. Die Heimat hat gerade ein Vorzeigeprojekt in Völkendorf realisiert.“

„In die Miete gedrängt“

Bei Nageler Immobilien sind 2-Zimmer-Wohnungen sowohl am Miet- als auch am Eigentumssektor gefragter denn je. „Ohne familiären Hintergrund kann sich die Mittelschicht kaum noch Eigentumswohnungen leisten. Die Leute werden sozusagen in die Miete gedrängt“ betont Christian Nageler: „Durch die anhaltende Teuerung nimmt die Fluktuation stetig ab. Die Menschen bleiben länger in den Wohnungen, weil die alte Wohnung trotz ständigen Indexanpassungen günstiger kommt als eine neue.“

„Wird noch schlimmer“

Das Problem wird allerdings wohl erst in eineinhalb Jahren so richtig einschlagen. Nageler: „In den letzten zwei Jahren wurde im Vergleich zu den Jahren davor – auch teuerungsbedingt – nur überschaubar viel gebaut. Und in irgendeiner Lebenssituation braucht jeder Mensch eine 2-Zimmer-Wohnung. Noch gibt es ein paar davon.“

Quelle: meinbezirk.at / 11. Februar 2026
Foto: © MeinBezirk.at

Erwin Baumann

Team freiheitliche Villach

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